Absence - traces éloignées
2007

für
vier Piccoli und zwei Schlagzeuge
 
 
 
 

Ausgehend von den Polen als Extremzuständen, bewegen sich Verläufe und Parameter auf Meridianen. Dabei steht jedes Instrument für sich, hinterlässt seine ihm eigenen Spuren. Dennoch besteht ein "horizontales" Relationsgeflecht zueinander, die sich ergebenden Verästelungen erzeugen "Folien" - räumliche Abbilder - der "Zeitwege". Auf diese Folien wird Gegenwärtiges eingeschrieben. Vom Jetzt ausgehend, von den einzelnen "Momentzuständen" aus betrachtet, gibt es zu jedem Zeitpunkt ein hinter dem Horizont liegendes, "abwesendes" Moment, d.h. es existieren keine geschlossenen Kurven. Diese abwesenden Momente bilden einen partiell spekulativen Hintergrund, der durch sein Erscheinen zur Realität wird, gleichzeitig jedoch weitere Hintergründe - abwesende Momente - erzeugt. Ursächliches Augenmerk wurde auf Details, dem Beschreiben feiner Verschiebungen und Veränderungen zueinander, sowie die Klangfarben als auslösendes Moment der Veränderungen gelegt. Dieses zoomartige Einschreiben in die Klangmaterie wird aufgrund der spezifischen Instrumentation zum inhaltlichen Kern der Komposition. So entsteht eine feine Verästelung zwischen den vier Flöten, die sich klangfarblich subtil unterscheiden, während das Verhältnis von Piccoloflöten und Schlagzeugen, auch hier bedingt durch die spezifische Schlagzeuginstrumentation, durch große Distanz geprägt ist. Allein die Akzentimpulse schaffen auf der Ebene der "energetischen " Momente eine Annäherung, weil die Akzentstrukturen kausal für die Gestaltung der Klangfarben verantwortlich sind. Sie stellen auch einen auf die jeweiligen momenthaften Zeitgefüge gerichteten Fokus dar, der letztlich das Verhältnis zwischen der Klangästhetik und dem formalen Überbau bestimmt.
 
 
 
 
 

Aufstellung/ Positionierung des Ensembles: